Freitag, 17. Oktober 2014

Fenes

Am 17. Okt. 2014 ging es bei den SWR1 Namenforschern um den Namen von Tobias Fenes aus dem schönen Saarburg. Er hat bereits herausgefunden, dass der Name in Deutschland ca. 30 mal vorkommt, in Düsseldorf und Umgebung aber nur er und seine Familie.

Hr. Prof Udolph bestätigt, dass die Streuung des Namens eindeutig in Richtung Niederrain geht. Es ist ein Wort, dass er sicher kennt - z.B. in der Nähe von Bonn gibt es den Venusberg, dann gibt es noch das Hohe Fenn im Grenzbereich zu Belgien, dann die Feensiedlungen im westlichen Niedersachsen.

Alle diese Worte gehen auf das urgermanische Wort fenja, niederländisch fain zurück, was bedeutet:- grasbewachsenens Sumpf oder Moorland, auch Weideland in Marschgegenden, also ein altes Wort für eine feuchte Stelle, die mit Gras bewachsen ist. Dieses Wort gibt es in hunderten von Varianten in diversen Ortsnamen. Der Vorfahre von Hr. Fenes wohnte an einer solchen Stelle und war der Fen, sein Sohn dann der Fenes.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Zawar

Am 16. Okt 2014 ging es bei den SWR1 Namenforschern um den Namen von Christian Zawar aus Schönberg-Kübelberg. In der Familie werden die A's teilweise unterschiedlich betont, vorne oder hinten. Er hat schon selber recherchiert - der Name ist relativ selten im Telefonbuch, das Zentrum liegt im Saarland.

Hr. Prof Udolph klärt auf - Wenn ein Pfälzer oder Saarländer einen französischen Namen pfälzisieren, wird aus dem "s" gerne ein "z". Die Grundlage des Namens ist ein "savard", in Frankreich ist dieser Name gut vertreten als "Sabahard" oder "Savhard". Obwohl er aus Frankreich kommt ist er kommt aber ursprünglich aus dem germanischen und ist dort ein Vorname, nämlich Sackbart oder Sackbert, wobei Sack=Sache=Rechtshandel, etwas vor Gericht bringen und Bert=berühmt.

Zusammengefasst kann man sagen, es ist ein alter germanischer Vorname, über 1500 Jahre alt, dann im Zuge der Wanderungen der Franken nach Frankreich, dort französisiert, danach wieder zurück ins Saarland und pfälzisiert :-)

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kondla

Am 15. Oktober 2014 wurde auf SWR1 in der Namenforschersendung der Name Kondla von Prof. Jürgen Udolph geklärt.

Gefragt danach hatte Anke Kondla aus Ingelheim. Sie hat den Namen von ihrem Mann angenommen, also reingeheiratet - bekannt ist, dass der Name aus Oberschlesien stammt - genauer aus Oppeln. Sie vermutet daher, dass der Name aus dieser Gegend im jetzigen Polen kommt.

Prof. Udolph klärt auf - der Name kommt in Polen 113 mal vor. Alle, die diesen Namen tragen, kommen aus Oberschlesien, es ist also ein typsicher Name für dort. Allerdings hat er sicher verändert, das ursprüngliche Wort ist Kondela.

Leider ist das Wort nicht sehr schmeichelnd - es steht für Halunke, Schuft, Schurke, Nichtsnutz, liederlicher Kerl, Schürzenjäger.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Minzenmay - Münzenmay - Münzenmayer

Am 14. Oktober 2014 ging es auf SWR1 in der Namenforscher Sendung um den Namen Minzenmay.

Angerufen hatte Hr. Markus Minzenmay aus Rheinhessen. Er hatte keine Ahnung, was der Name bedeuten und wo er her sein könnte.

Prof. Jürgen Udolph kann dazu folgendes sagen: Den Namen gibt es laut Telefon-CD 15 mal in Deutschland, wobei das Zentrum dabei in der Gegend um Stuttgart-Göppingen-Ludwigsburg liegt.

Den Namen gibt es in mehreren Variante - nämlich auch als Münzenmay und, zielführend dabei, auch Münzenmayer. Was ist nun ein Münzenmayer? Der Vorsteher einer Münze, also einer Prägeanstalt für Münzen, und damit ein Verwalter oder so eine Art Ingenieur. Eine staatliche Münze kontrolliert die Prägung und gibt acht, dass alles seine Ordnung hat.

So den Namensteilen - ein Mayer ist ein Verwalter, das Münze wurde durch die sogenannte Endrundung des Ü zum I.

Montag, 13. Oktober 2014

Klapdohr

Am 13. Oktober 2014 ging es beim SWR1 Namenforscher diesmal um den Namen von der Dominikaner-Schwester Johanna aus Linz am Rhein, die Ihre Namensherkunft wissen wollte.

Bekannt ist, dass der Name aus dem Raum Duisburg stammt und vor 200 Jahren noch mit "c" geschrieben wurde. Vermutet wird auch eine Herkunft aus Holland.

Prof. Udolph kann dazu folgendes sagen - viele Leute im Grenzgebiet zu Holland glauben, einen ausländischen Namen zu haben - dabei gibt ja aber auch in Deutschland das Niederdeutsche als Sprache und damit als Herkunft von Namen, die sich vielleicht heute nicht mehr so ganz Deutsch anhören.

Ganz einfach erklärt ist der Name auf landwirtschaftlichen Feldern anzutreffen - Felder oder Weiden sind oft umzäunt. Um von einem zum anderen zu kommen gibt es dazu Öffnungen oder Gatter - teils solche, die wieder automatisch zugehen. Und so etwas wird auch Klapptür oder auf niederdeutsch eben Klappdor genannt.

Schattevoy - Schattevoet - Schattevort

Diesmal ging es beim SWR1 Namenforscher am 13. Oktober 2014 um den Nachnamen von Christel Schattevoy aus Rommerskirchen nordwestlich von Köln.

Prof. Jürgen Udolph erklärt folgendes - der Name ist sehr selten, es gibt ihn nur 6 mal und 35 Millionen Telefon-CD Teilnehmern.

Zur Klärung des Namens muss man nach Holland sehen - zum Namen Schattevo. Grundlage des Namens ist Schattevoet - erste urkundliche Belegungen gibt es z.B. 1808 mit Schattevort und 1812 mit Schattevot.

Der Name besteht aus zwei Teilen - der hintere Teil bezeichnet eine Furt, eine Flussüberquerung, im niederländischen oder englischen auch "ford". Der erste Teil des Namens kommt nicht von "Schatten", sondern von einem alten Ackermaß, dem Schatt, gebräuchlich in Trent und Groningen in Holland.

Wenn man beide Teile zusammenfügt erhält man also eine Furt, an der man Abgaben leisten musste.
Der Vorfahre könnte also einer gewesen sein, der entweder dort das Geld kassiert hat, oder der an so einer Stelle gewohnt hat.


Freitag, 10. Oktober 2014

Glaunsinger

Am 10. Oktober 2014 beim SWR1 Namenforscher ging es diesmal um den Namen von Anette Schweitzer aus Kastellaun im Hunsrück.

Ihr Geburtsname ist Glaunsinger, der Name kommt vermutlich von Ihrem Großvater aus Schwaben, sie selbst und ihre Verwandtschaft kommen aus der Gegend um Heidelberg.

Prof. Udolph kann dazu folgendes beitragen - der Name ist in Schwaben verbreitet, das Zentrum ist dabei in Jessingen - der Name kommt dabei 43 mal vor, alles in Württemberg und Schwaben.

Die Endung des Namens - "er" - ist die süddeutsche Form von "der Sohn des". Das "ing" am Ende ist ebenso eine Form für "der Sohn des". Der erste Sohn hat das "ing" erhalten, der Sohn dessen dann das "er".

Grundlage des Namens ist der Vorname Klaus, Abkürzung für Nikolaus, so wie der Heilige.

Der Namensträger war also der Sohn des Sohns des Nikolaus.