Freitag, 10. Oktober 2014

Glaunsinger

Am 10. Oktober 2014 beim SWR1 Namenforscher ging es diesmal um den Namen von Anette Schweitzer aus Kastellaun im Hunsrück.

Ihr Geburtsname ist Glaunsinger, der Name kommt vermutlich von Ihrem Großvater aus Schwaben, sie selbst und ihre Verwandtschaft kommen aus der Gegend um Heidelberg.

Prof. Udolph kann dazu folgendes beitragen - der Name ist in Schwaben verbreitet, das Zentrum ist dabei in Jessingen - der Name kommt dabei 43 mal vor, alles in Württemberg und Schwaben.

Die Endung des Namens - "er" - ist die süddeutsche Form von "der Sohn des". Das "ing" am Ende ist ebenso eine Form für "der Sohn des". Der erste Sohn hat das "ing" erhalten, der Sohn dessen dann das "er".

Grundlage des Namens ist der Vorname Klaus, Abkürzung für Nikolaus, so wie der Heilige.

Der Namensträger war also der Sohn des Sohns des Nikolaus.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Schamma - Schamoy

Am 09. Okt. 2014 auf SWR1 bei den Namenforschern ging es um den Namen von Hr. Schamma aus Simmern im Hunsrück. Er erklärte, dass sich seine Vorfahren noch anders geschrieben hätten, nämlich Schamoy.

Hr. Prof. Udolph kann den Namen so erklären - es handelt sich dabei um eine Abwandlung durch Pfälzer, die versucht haben einen französischen Namen wiederzugeben. Grundlage ist das französische Schamoy. Hr. Schamma hat dazu die Begriffe Gämse oder Farbe gefunden.

Das kann Hr. Udolph aber ausschließen - vermutlich handelt es sich dabei um ein ganz altes französisches Wort, das den Teil der Lanze beschreibt, den man in der Hand hält. Damals gab es für alle Werkzeuge und Tätigkeiten Spezialisten, und sein Vorfahre war eben einer, der soetwas ganz toll herstellen konnte.


Dienstag, 7. Oktober 2014

Lorengel, Lohrengel

Am 1. Okt 2014 ging es auf SWR1 beim Namenforscher Prof. Udolph diesmal um den Geubrtsnamen von von Heike Gerharts, nämlich Lorengel.

Die Großeltern väterlicherseits kommen aus Haselstein bei Hünfeld in Hessen.

Prof. Udolph kann das bestätigen - die südlichen Ausläufer der Verbreitung sind dort zu finden, ein Zentrum in Göttingen und Osterrode. Wobei es diesen Namen mit stummen H und ohne gibt, wobei es nur 36x den Namen Lorengel gibt, aber 350x den Namen Lohrengel - beide gehören aber natürlich zusammen.
Die Namenforschung hat konkret mit diesem Namen Probleme, da dieser nicht ganz einfach ist, es gibt aber 2 Möglichkeiten für den ersten Teil des Namens.

1. Dieser hat etwas mit dem Vornamen Lorenz zu tun
2. oder dieser hat etwas mit dem Beruf des Lor zu tun (Felle beizen, Lohgerber)

Aber was hat es dann mit dem zweiten Teil des Namens, dem Engel auf sich. Alle Namen mit "Engel" sind älter als das Christentum und haben damit nichts mit den Engeln an und für sich zu tun. Der Name Engel geht vermutlich auf das alte Wort Angel zurück - wobei eine Angel eine spitze Waffe war. Ein Lorengel könnte daher als kriegerischer Lohgerber gedeutet werden.


Montag, 6. Oktober 2014

Trundt

Am 06.10.2014 wurde auf SWR1 von Prof. Udolph der Familienname Trundt behandelt. Der Anrufer, Hr. Uwe Trundt aus Polch an der Mosel, vermutet einen Zusammenhang mit der Nibelungensage, auch aus einer Chronik will er ähnliches vernommen haben.

Prof. Udolph klärt auf - der Name Trundt kommt 40 mal vor laut Telefonbuch-CD und zwar hauptsächlich in Süd-West-Deutschland. Der Name hat nichts mit den Nibelungen zu tun sondern ist eine Partizipialbildung.

Die Partizipialbildungen zu laufen ist z.B. laufend, andere Beispiele sind trinkend, singend etc. - immer mit der Endung "nd".

Das Verb zum Familienname ist "truant", was soviel wie drohen oder "dreuen" heißt. Dieses Wort kommt im germanischen und skandinavischen Bereich vor und ist dabei auf eine Person gemünzt "der beim Angriff Furcht erregende".

Saupert (Sägebart, Segebart, Sägbert, Sebart, Seibert, Seibriger, Seubert, Seupert)

Am 06. Okt. 2014 wollte Hr. Anton Saupert aus der Ost-Pfalz, 10km von Ludwigshafen, aus Mutterstadt, von SWR1 wissen, woher sein Name kommt. Selber vermutet er Saupferch und andere Varianten, die im bereits in der Schule zuteil wurden.

Prof. Udolph klärt auf - Saupert ist sehr selten in Deutschland und kommt nur 4 mal auf der Telefonbuch-CD vor, alles Verwandte von Hr. Saupert aus dem Neckarkreis-Pfürth.

Eine andere Variante aber, Saubert, gibt es 88x - und der Wechsel in der Mundart zwischen P und B ist nichts ungewöhnliches. Dieser geht zurück auf "Säubert", und dieser auf den alten deutschen Vornamen Siegbert bzw. Siegibert.

Von diesem alten deutschen Vornamen leiten sich in Deutschland eine Fülle von anderen Familiennamen ab, wie z.B. Sägebart, Segebart, Sägbert, Sebart, Seibert, Seibriger, Seubert, Seupert, usw.

Siegbert besteht aus den zwei Worten Sieg und Bert - Sieg steht nach wie vor für Sieg, Bert für berühmt, was dann auf den Namen gemünzt soviel heißt wie "durch Siege berühmt".

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Prengel

Am 02. Okt 2014 wollte Hr. Eckehart Prengel auf SWR1 von Prof. Udolph wissen, was sein Name bedeutet.

Sein Großvater und Urgroßvater komm aus Ostpreußen. Ein Schwager aus Kanada meinte zu ihm, der Name käme von Auswanderern, die von Schottland nach Preußen auswanderten. Prengel könnte seiner Meinung nach aber auch Knüppel heißen.

Prof. Udolph klärt auf - es gibt Hinweise, dass der Name aus Ostpreußen und dem Baltikum kommt. Der Name kommt in Deutschland ca. 300x vor, dabei gibt es 2 Zentren - eines in Ostpreußen bis 1945, das zweite in Sachsen.

Von der Bedeutung her kommen zwei Möglichkeiten in Betracht:

1. Prunk, der Prunk, Gepränge (z.B. wunderschöne Kleider)
2. Knüppel, Stange, großer Knüppel

Prof. Udolph tendiert dabei zur zweiten Variante. Wobei noch das mit der Endung "el" zu klären ist.
Normalerweise nimmt man beim Wort Pranger, Stanger, einen großen oder grobschlechtigen Kerl an, ein Kerl wie ein Knüppel.

Die Endung "el" ist aber eine Verniedlichungsform wie bei Hänsel, was der kleine süße Johannes ist. Also ist dazu Prengel das kleine Knüppelchen und damit verniedlicht zu sehen.

Dienstag, 30. September 2014

Winnwa - Vinoi

Am 30. Sept. 2013 bei den Namenforscher auf SWR1 mit Prof. Udolph ging es diesmal um den Nachnamen von Klaus Winnwa aus Hauenstein in der Südwest-Pfalz.

Man hat ihm erzählt, der Name soll aus Ostfriesland kommen, und seine Vorfahren kommen auch aus der Pirmasenser Gegend.

Der Name kommt laut Prof. Udolph nur 50x in Deutschland vor, dabei ist das Zentrum in Primasens und Umgebung. Der Namen bereitet im "erhebliche "Kopfschmerzen" und ist nicht einfach.

Die Spur führt ins Französische und hat etwas damit zu tun, wie Pfälzer mit französischen  Familiennamen umgehen und aussprechen. Der ursprüngliche französische Name war vermutlich Vinoi (Winn - o - a) und wurde dann zu Winnwah. Um das zu belegen müsste aber Ahnenforschung betrieben werden um zu entdecken, wie und wann sich der Name geändert hat.

Im französischen könnte der Name etwas mit Wein zu tun haben - "vinum", "vinetum".
Oder aber mit dem Namen für Wiener, "vienne", "viennois".